Mittwoch, 22. Februar 2012
Heute schon abGEZockt?
Die GEZ ist ein berühmtes, aber doch unrühmliches Thema. Niemand möchte gern GEZ zahlen, Angst haben dass "die Abzocker" klingeln und einen (vielleicht) doch erwischen (falls man nicht zahlt). Da kommt schnell die Frage: bin ich Bürger oder Verbrecher von Natur aus?
Nach der Art und Weise wie die Bürger angeschrieben, gemahmt, "bedroht" werden ist sondergleichen. Da ist das Finanzamt ja noch ein Kindergarten dagegen.

Nun ist die Rede von der Haushaltsgebühr. Toll, jetzt kommt es nicht mal mehr drauf an ob man tatsächlich ein TV-Gerät hat (es gibt einige, die tatsächlich KEIN TV haben) sondern dass man einen Haushalt hat.
Doch was ist mit denen, die keinen TV haben oder einen TV haben, jedoch diesen nur nutzen um den angeschlossenen DVD-/BlueRay-Player zu benutzen oder die Spielkonsole?
Wenn wir das auf Autos übertragen würden müsste jeder, für ein Auto was in seinem Besitz ist, Steuern und Versicherung bezahlen obwohl er es gar nicht nutzt; es nur ein Oldie ist der nur im Sommer benutzt wird etc. Doch so ist es nicht. Nein, da kann man ohne Probleme ein Auto besitzen und es "abgemeldet" haben.
Was würde ein GEZ-Scherge veranlassen wenn er ein "hohes Tier" bei der KFZ-Steuer wäre? Dann müsste man den Motor ausbauen damit man ein Auto abmelden dürfte - genauso wie man aus dem TV das Empfangsteil entfernen (lassen !) müsste um von der GEZ befreit zu werden (als "Normalbürger").

Doch mit der Haushaltsabgabe soll es anscheinend besser werden. Wirklich? Und wenn ja - für was eigentlich? Für ein TV-Programm was keiner schauen möchte? Für ein "Bildungsprogramm" was kaum mehr bildet?
Dann können wir auch in Schulen Gebühren einführen - denn da hat der Staat ja auch ein "Bildungsauftrag". Eigentlich auch ein prima Beispiel: Es gibt in Deutschland die Schulpflicht, jetzt - mit der Haushaltsabgabe - sogar eine "Fernsehgebührenpflicht". Toll kann man da nur sagen.

Doch was versteht der Staat unter dem "Bildungsauftrag"? Koch- und Quiz-Sendungen (ok, besser: Shows; wir leben ja in Deutschland, es ist deutsches Fernsehen, da können wir auch deutsch reden ...). Den Tatort, Mutantenstadl, Sport-Wettkämpfe? Was hat das mit "Bildung" zu tun? Und warum hat der Staat den Auftrag uns mit so einem Programm bilden zu müssen? Sind wir ungebildet(er) wenn wir den Tatort, Volksmusiksendungen (oder doch lieber "Country-Musik-Shows"), Koch- und Quiz-Shows und Sport NICHT sehen?
Ich würde es ja verstehen wenn ständig Reportagen kommen würden, Wissensendungen, Nachrichten und in dieser Richtung. Aber bei dem Programm ... nein danke.

Nun zur der Firma, die hinter allem steckt: die GEZ. Ich selbst habe schon unzählige Briefe erhalten dass ich doch bitte meinen TV anmelden soll, denn sie finden mich nicht in der Datenbank. Auch kein Wunder. Ich selbst besitze auch kein TV. Was soll ich also anmelden (und wofür)? Deshalb schrieb ich es auch zurück, dass meine Partnerin einen TV hat (und auch dafür zahlt). Kurze Zeit später erhielt ich den gleichen Brief wieder. HALLO? Aufwachen? Gehirn einschalten und bitte im PC-Programm vermerken: "hat kein TV, Partnerin unter Nr. xxx zahlt".
Doch so eine Idee hätte ja Nebenwirkungen: man könnte Porto und Briefpapier sparen. Mitarbeiter die ständig die Post versenden, kontrollieren müssen etc ebenfalls. Damit man die bezahlen kann benötigen die aber Geld. Welches Geld? MEIN Geld, DEIN Geld - denn von was werden diese Mitarbeiter bezahlt wenn nicht von den GEZ-Gebühren.
Lassen wir uns rechnen: Einnahmen - Ausgaben = Gewinn / Verlust. Wenn ich den Gewinn gleich halten möchte kann ich entweder die Einnahmen erhöhen oder - lasst uns ein bischen rechnen - die Ausgaben verringern. Die GEZ könnte also einiges an (wahrscheinlich) Millionen GEZ-Gebühren sparen wenn sie nicht ständig lästige Briefe schreiben würde. Weniger Ausgaben bei gleichen Einnahmen heißen wiederum: erhöhter Gewinn (kleinerer Verlust). Somit würde wiederum die Möglichkeit bestehen das TV-Programm zu verbessern um vielleicht wirklich dem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Oder - wenn das TV-Programm so bleiben soll könnte man (wenn die Ausgaben sinken) ebenso die Einnahmen senken und die Bürger entlasten. Aber wir sind in Deutschland und nicht in "Märchen aus 1001 Nacht" ... :-/

Fazit: Die öffentlichen TV-Sender erfüllen meiner Meinung nach den Bildungsauftrag überhaupt nicht. Die Sender sollten komplett abgeschafft werden und mit ihr die GEZ / Haushaltsabgabe.
WENN der Staat wirklich diesen Auftrag hat und vergeben möchte dann soll er das an Personen vergeben, die davon Ahnung haben. Und die "Privaten" machen oft ein besseres Bildungsangebot als die öffentlich-rechtlichen (finde ich).
WENN der Staat tatsächlich an einer TV-Gebühr festhalten möchte (egal wie sie genannt wird) dann wäre es doch günstiger dies in einer Art und Weise zu tun, die einfacher zu handhaben ist. Zum Beispiel könnte er diese Gebühr mit der (von sehr vielen) zu zahlenden Einkommensteuer einziehen. Dann vielleicht aber auch "die Armen weniger, die Reichen mehr".
Natürlich wäre das eine Erhöhung der Arbeit in den Finanzämtern. Aber ob nun zwei vollständige "Verwaltungsapparate" nebenbeinander bestehen (und bezahlt werden müssen) wäre es doch einfacher alles unter einen Hut zu bringen. Für die Mehrarbeit bräuchten natürlich auch die Finanzämter mehr Mitarbeiter, aber da könnten ja einige Mitarbeiter von der GEZ mit übernommen werden (aber eben nicht alle). Und damit könnte die Gebühr auch noch mal gesenkt werden - einfach weil die Ausgaben geringer werden durch einen Verwaltungsapparat.

Aber ich schätze ich verstehe die hohe Politik nicht wo man Staatsverträge mit dem Rundfunk macht um Geld für Programme einzutreiben, die eh keiner groß gucken möchte für einen Auftrag, der dem Namen überhaupt nicht gerecht wird für ein Bildungsniveau, welches auf diese Art garantiert nicht verbessert wird.

In diesem Sinne - einen schönen Abend noch

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Sonntag, 19. Februar 2012
Die Wahrheit
Viele Menschen sagen oft "das ist meine Wahrheit". Was ist jedoch Wahrheit?

Für mich ist Wahrheit nicht nur ein "so sehe ich das" sondern "so ist es". Dies ist unumstößlich, logisch und Tatsache. Wenn ich also sage "das Auto ist grün" dann ist das (wenn das Auto tatsächlich grün ist) wahr weil es dann eine Tatsache ist da man grün nachweisen kann.
Sobald ich jedoch Vergleiche bringe ("das Auto ist klein") oder eigene Empfindungen ("mir ist kalt") dann ist diese Aussage - in sich gesehen - zwar wahr (wenn mir tatsächlich kalt ist oder das Auto klein vorkommt), muss aber nicht wirklich was mit der Wahrheit zu tun haben. Denn schließlich kann mir auch bei 20° C kalt sein und ich friere und genauso kann das Auto 5 m lang sein und mir kommt es immer noch "klein" vor (obwohl es für heutige Verhältnisse groß ist).

Noch wichtiger ist der Umgang mit der Wahrheit bei der Problematik der Wahrnehmung. Wie oft widersprechen sich Zeugenberichte? Wie oft sagt man selbst "du hast es nicht gesagt", meint aber eher "ich habe es nicht gehört". Denn woher will ich wissen ob der andere es tatsächlich nicht gesagt hat? Die Möglichkeit dass er es gesagt hat (und ich nicht gehört habe) ist genauso groß wie dass er es nicht gesagt hat (und ich tatsächlich nichts hören konnte). Kann ich jetzt immer noch von der "Wahrheit" sprechen?

Wie kann man dem ganzen einen Riegel vorsetzen um keine Fehler zu machen diesbezüglich? Schließlich möchte man ja keine Fehde vom Zaun brechen wenn man solche Aussagen trifft - oder sogar Meineide schwört, nur weil man es nicht besser weiß ...

Die Lösung ist die "Meinung". Eine Meinung kann per se nicht falsch sein. Die Meinung ist immer richtig - muss aber nicht in jedem Fall der Wahrheit und den Tatsachen entsprechen.

Wenn ich also sage "hier ist es kalt", dann muss dies nicht wirklich stimmen. Sage ich jedoch "ich bin der Meinung, dass es heute im Raum kalt ist" dann ist dies 100% wahr :-)

Meinungen gibt es viele. Egal ob es da um "Gott", eine Lebenseinstellung, Sex, Musik-, Essens- und Kunstgeschmack geht. Und gerade in solchen Bereichen ist es doch oft vermessen von "Wahrheiten" zu reden. Schon Worte wie "gut", "Schlecht", "laut", "leise", "zu oft", "zu wenig" zeigen, dass wir mit ihnen doch wirklich nur die eigene Empfindung darstellen können. Denn was dem einen zu leise ist, kann dem anderen schon wieder zu laut sein.
Gerade in diesen Bereichen kann man nur mit Fakten die Wahrheit beschreiben: "das Bild ist x * y cm groß", "die Musik ist 70 dB laut" etc. Alles andere ist Einstellungssache.

Dies ist dazu meine Meinung. Und ich bin der Meinung dass diese Meinung wahr ist :-)

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